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Status Quo – wirtschaftliche Herausforderungen der Schweinebranche

Norbert Schneider, Leiter Ökonomik der Schweineproduktion, Bayerische Landesanstalt für Landwirtschaft, München

Derzeit ist die Schweinehaltung im Umbruch. Viele gesetzliche Vorgaben, wie zum Beispiel die neue Düngeverordnung, die Änderungen der Tierschutz-Nutztierhaltungsverordnung und die TA-Luft erschweren ein weiteres Größenwachstum. Zudem macht die aktuell schlechte ökonomische Lage, verursacht durch die Corona-Pandemie und die Afrikanische Schweinepest, Investitionen schier unmöglich. Zunehmend beteiligt sich die Bevölkerung immer mehr an landwirtschaftlichen Themen und fordert in der Schweinehaltung mehr Tierwohl und weniger Emissionen durch die Schweine. Gerade Betriebe, die in den letzten Jahren in die konventionelle Schweinehaltung investiert haben, können kaum auf diese Anforderungen reagieren, da z. B. ein Auslauf für die Schweine bautechnisch kaum umsetzbar ist. Fakt ist, dass immer mehr Tierwohlställe errichtet werden, welche ökonomisch gut laufen. Ein anderer Bereich ist die ökologische Schweinehaltung, die vom Preissturz im letzten halben Jahr beispielsweise kaum betroffen war. Regionalität und kurze Transportwege werden gefordert. Der Lebensmitteleinzelhandel führt bereits einige Regionalprogramme und bietet den Lieferanten einen garantierten Mindestpreis bzw. Aufschlag für einen längeren Zeitraum (z. B. 10 Jahre) an. Zum anderen wird überlegt, dass in viehstarken Regionen ein Ausstiegsprogramm für Schweinehalter angeboten werden soll, um dort die Nitrat- und Ammoniakproblematik zu lösen. Es bleibt auf jeden Fall spannend, wo die Reise in der Schweinehaltung hingeht. Tendenziell ist eher eine Rückbesinnung zu beobachten.