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Perspektivwechsel – Welche Strategien hat die Praxis?

Heinrich von der Decken, Landwirt, Gut Panker, Panker (Schleswig-Holstein)

Die Dreifeldrige Fruchtfolge ( Raps 30 %-WW 50% -WG 20% ) war über etliche Jahrzehnte ein ökonomisch erfolgreiches Betriebssystem. Gewohnte Abläufe, organisatorisch planbar und entsprechendes Spezialwissen mit hoher spezieller Intensität  waren Basis für vergleichbar gute Kennzahlen. Die privilegierte Ostseenähe gab beste Voraussetzungen, um dieses Betriebssystem auszureizen. Selbstkritisch muss ergänzt werden, dass dieses Betriebssystem – auch besonders unter Nutzung besonders früher Saattermine – Probleme hat entstehen lassen. Durchwuchsraps, Ackerfuchsschwanz, Hundskerbel und  Barbarakraut als Problemunkräuter, sowie zunehmender Schädlingsdruck, zunehmende Resistenzen und stagnierende Erträge waren die Konsequenz.
Ziel des Betriebes war eine Veränderung der Fruchtfolge ohne Integration von Intensivkulturen mit möglichst geringen wirtschaftlichen Einbußen. Die komparativen Kostenvorteile der Küstenlage sollten weiter genutzt werden. Es erfolgte die Suche nach gezielter und regionalen Vermarktung für weitere Fruchtfolgeglieder, um die Bodenfruchtbarkeit auf hohem Niveau zu halten und Sommerungen in den Anbau zu integrieren. Somit erfolgte neben des Anbaus von Mais auch eine Integration von Hafer für die Ernährungsindustrie in der Anbauplanung. Der Betrieb investierte dabei in zusätzlichen Lagerraum und die Verbesserung der Aufbereitungsanlagen, um jederzeit ein verlässlicher Partner für den „Vertragsanbau“ zu sein und eine echte Partnerschaft leben zu können.
Der Weg in die gezielte Vermarktung – verbunden mit speziellen Anforderungen und Auflagen seitens des Verarbeiters -  ist eine unternehmerische Herausforderung, der man aufgeschlossen und positiv begegnen muss.  


Heinrich von der Decken stammt aus der Landwirtschaft in Niedersachsen. Nach der landwirtschaftlichen Ausbildung in Nordrhein-Westfalen und Schleswig-Holstein folgte das  Studium an der Georg-August Universität in Göttingen. 
Danach arbeite 15 Jahre als Unternehmensberater für landwirtschaftliche Unternehmer in Schleswig-Holstein und den Neuen Bundenländern.
Seit 20 Jahren wirtschaftet Herr von der Decken als sogenannter Güterverwalter der Hessischen Hausstiftung in Schleswig-Holstein. Er ist verantwortlich für die Land- und Forstwirtschaft, Immobilienverwaltung, Pferdezucht und alle weiteren Betriebszweige.
Der Betrieb Panker / Schmoel ist ein konventionell bewirtschafteter Betrieb an der Ostseeküste im Kreis Plön, Schleswig-Holstein. Zudem befinden sich die Flächen ins einer klimatisch privilegierten Lage für den Anbau von Raps und Getreide. Bewirtschaftet werden ca. 2.000 ha mit kompletter Eigenmechanisierung, incl. eigener Getreideaufbereitung und Lagerung. Neben dem Ackerbau gibt es ein touristisch erschlossenes Gutsgelände mit Hotel und Restaurant,  vielen kleinen Läden, Forstwirtschaft incl. Begräbniswald, Pferdezucht und vielen Wohnungen zu verwalten.